Mercedes-Benz hat die EQS-Limousine 2027 vorgestellt, eine Erneuerung, bei der tiefgreifende technische Weiterentwicklung Vorrang vor dramatischen ästhetischen Veränderungen hat. Während die Silhouette des Autos weitgehend bekannt bleibt, stellen die Aktualisierungen unter der Haut einen bedeutenden Fortschritt in der Architektur, Reichweite und Fahrtechnologie von Elektrofahrzeugen (EV) dar.
Die aktualisierte Produktpalette – bestehend aus dem EQS450+ (Hinterradantrieb), dem EQS500 4Matic (Allradantrieb) und dem Flaggschiff EQS580 4Matic – wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres auf den Markt kommen.
Effizienz durch Architektur und Chemie
Das kritischste Upgrade ist der Übergang zu einer 800-Volt-Elektroplattform. Diese Verschiebung ist für Langstreckenfahrten mit Elektrofahrzeugen von entscheidender Bedeutung, da sie wesentlich schnellere Ladegeschwindigkeiten ermöglicht. Der EQS 2027 kann jetzt 350-kW-Ladestationen nutzen, ein deutlicher Sprung gegenüber der bisherigen 200-kW-Grenze.
Über die Ladegeschwindigkeit hinaus hat Mercedes die physikalische Effizienz der Batterie optimiert:
– Erhöhte Energiedichte: Durch die überarbeitete Batteriechemie wurde die nutzbare Energie von 118 kWh auf 122 kWh erhöht, ohne die physische Größe des Batteriepakets zu erhöhen.
– Erweiterte Reichweite: Diese Kombination aus besserer Chemie und schnellerem Laden erhöht die geschätzte Reichweite auf ungefähr 425 Meilen (EPA), gegenüber den vorherigen 390 Meilen.
Mechanische Innovationen: Zweiganggetriebe und Rekuperation
Um die Effizienz zu maximieren, hat sich Mercedes von den in vielen Elektrofahrzeugen üblichen Single-Speed-Konfigurationen verabschiedet. Das neue Modell verfügt über selbst entwickelte Motoren und ein Zwei-Gang-Getriebe an der primären Hinterradantriebseinheit. Dies ermöglicht eine aggressive Beschleunigung im ersten Gang und sorgt gleichzeitig für eine hohe Effizienz bei Reisegeschwindigkeit, da der Motor mit einer niedrigeren, optimierteren Drehzahl laufen kann.
Darüber hinaus hat sich die Energierückgewinnungsfähigkeit des Fahrzeugs um etwa ein Drittel verbessert und kann nun bis zu 385 kW zurückgewinnen. Dieses hohe Maß an regenerativem Bremsen bedeutet, dass in den meisten täglichen Fahrszenarien die physischen Bremsbeläge und Rotoren möglicherweise nie verwendet werden müssen.
Die Zukunft des Fahrens: Steer-by-Wire und das Yoke
Auf dem Weg zu künftiger Autonomie bietet Mercedes optional ein Steer-by-Wire-System an. Dies wird am deutlichsten durch ein neues Lenkrad im Joch-Stil sichtbar.
Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Rad hat dieses Joch eine Gesamtdrehung von nur 170 Grad, was bedeutet, dass der Fahrer seine Hände nie weit bewegen muss, um eine Kurve zu bewältigen. Dies sorgt zwar für eine ungehinderte Sicht auf das Armaturenbrett und ein futuristischeres Kabinengefühl, erfordert jedoch eine Änderung der Fahrgewohnheiten, da das Fehlen eines oberen Randes ein zwangloses „Hand-über-Hand“-Lenken unmöglich macht. Diese Technologie ist ein Sprungbrett in Richtung autonomes Fahren der Stufe 4 nach SAE, bei dem das Lenkrad möglicherweise vollständig eingefahren wird.
Intelligenz und Komfort: MB.OS und Car-to-X
Der EQS 2027 ist durch mehrere High-Tech-Integrationen „vernetzter“ als sein Vorgänger:
– MB.OS-Betriebssystem: Ein neues digitales Rückgrat, das sofortige Reaktionsfähigkeit für alle Benutzeroberflächen und Fahrzeugsubsysteme gewährleistet.
– Adaptive Car-to-X-Dämpfung: Das Auto kann Daten von anderen Fahrzeugen empfangen, um bevorstehende Straßenunebenheiten zu „erkennen“, sodass sich die Federung anpassen kann, bevor das Auto auf eine Bodenwelle stößt, wodurch die Fahrt effektiv geglättet wird.
– Sicherheit geht vor: Komfort: Zu den neuen Funktionen gehören beheizte Vordersitzgurte – die den Fahrer dazu ermutigen sollen, schwere Mäntel auszuziehen, um einen sichereren Sitz zu gewährleisten – und Rücksitzgurte mit integrierten Airbags.
Das Fazit: Beim Mercedes-Benz EQS 2027 geht es weniger um ein neues Aussehen als vielmehr um einen grundlegenden Technologiesprung, der sich auf schnelleres Laden, größere Reichweite und den Übergang zum autonomen Fahren konzentriert.
Obwohl die offiziellen Preise noch nicht bekannt gegeben wurden, gehen Branchenschätzungen davon aus, dass die Produktpalette bei etwa 102.000 US-Dollar beginnen wird.























