Porsches neuer CEO ist mit der 400.000-Fantasie fertig

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Vergessen Sie die Wachstumsdiagramme. Vergessen Sie die vierteljährlichen Ziele. Sie sind weg.

Der neue Porsche-Chef Michael Leiters hat kein Interesse daran, 400.000 Verkäufe pro Jahr zu erzielen. Er will die Hälfte davon. Zweihunderttausend. Und wenn Sie der Meinung sind, dass die Verkleinerung Ihres Unternehmens sanft klingt, schauen Sie sich die Methoden an. Personalabbau. Schrumpfung der Platte. Strukturelle Amputation. Es ist ein drastischer Wendepunkt für eine Marke, die in den letzten Jahren unter Oliver Blume nach Wachstum schreit, sich hohe Ziele setzt, mehr Mitarbeiter einstellt und schnell expandiert.

Die Realität traf letztes Jahr hart zu.

Elektrofahrzeuge verkauften sich nicht wie versprochen. China ist ins Stocken geraten. Die USA kühlten ab. Der Gewinn sank auf etwa 1 %. Gerade noch profitabel. Nicht genug, um eine Festung zu bauen. Genug, um den Winter kaum zu überleben.

Jetzt kommt Leiters, frisch von der Reparatur von McLaren, mit einem anderen Auftrag. Er löst bereits die Car-IT-Sparte auf. Von acht Divisionen auf sieben. Gerüchten zufolge könnte auch der Vorstand schrumpfen und zu einer sechsköpfigen Besetzung zurückkehren, die an die Matthias-Müller-Ära erinnert. Aber die Umbesetzung der Vorstandsetage ist nur Kleinigkeit.

Die Fabriken sind das eigentliche Ziel.

Im vergangenen Jahr bewegte Porsche rund 280.000 Autos. 30.000 weniger als im Vorjahr. Dieses Jahr? Der Umsatz im ersten Quartal sank um weitere 15 %. Der Trend verlangsamt sich nicht; es beschleunigt nach unten. Leiters spricht mit dem Betriebsrat in Deutschland über Kostensenkungen, das Unternehmenskodex für die Entlassung von Mitarbeitern. Wir haben noch keine endgültige Mitarbeiterzahl. Aber Weissach blutet. In diesem Entwicklungszentrum, in dem 5.200 Menschen leben, könnte ein Viertel dieser Arbeitsplätze verschwinden.

Effizienz statt Prestige. Das scheint das neue Motto zu sein.

Vertriebschef Matthias Becker? Er könnte der nächste sein. Abwesend auf der Beijing Auto Show. Öffentlich und stillschweigend für den Abschwung in China verantwortlich gemacht. In einem Luxusmarkt ist es kein Versehen, Ihren größten Wachstumsmotor zu verpassen. Es ist der krönende Abschluss einer Karriere.

Was als nächstes passiert, ist noch nicht vollständig geschrieben. Sie wollen Produktion und Beschaffung zusammenlegen, um Überkapazitäten zu beseitigen. Ziel ist eine Betriebsmarge von 10–15 % bis zum Ende des Jahrzehnts. Das ist gesund. Sogar nachhaltig.

Aber will Porsche immer noch Porsche sein, wenn es nur halb so viele Autos baut, wie es sich vor drei Jahren erträumt hat? Niemand verlangt eine Antwort. Nur Ergebnisse.

Und vielleicht ein etwas ruhigerer Parkplatz.