Hondas hochdrehende Evolution: Test des Prelude VTEC von 1993

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Ein Jahr nach der Erstveröffentlichung des Honda Prelude-Sportcoupés hat der Hersteller eine leistungsstarke Weiterentwicklung vorgestellt: das VTEC-Modell. Während frühere Iterationen des Prelude für ihre Fahrwerksstabilität und Lenkpräzision gelobt wurden, wurden sie gelegentlich für ihr Innendesign kritisiert. Mit der Einführung des VTEC von 1993 geht Honda direkt auf die Leistung ein und steigert die Leistung um 30 PS durch fortschrittliche Motortechnologie.

Die Magie der VTEC-Technologie

Das entscheidende Merkmal dieses neuen Modells ist Hondas Variable Valve Timing and Lift Electronic Control (VTEC). Dieses System löst ein klassisches technisches Dilemma: Motoren müssen sich normalerweise zwischen sanftem Fahrverhalten bei niedriger Geschwindigkeit und Leistung bei hoher Geschwindigkeit entscheiden.

VTEC umgeht diesen Kompromiss, indem es drei verschiedene Nockenwellen anstelle der standardmäßigen zwei verwendet:
Niedriger bis mittlerer Bereich: Bei niedrigeren Drehzahlen verwendet der Motor konventionelle, weniger radikale Nocken, um einen reibungslosen Betrieb und Kraftstoffeffizienz zu gewährleisten.
Der Übergang: Sobald der Motor etwa 4.800 U/min erreicht, arretiert eine elektronische Steuerung die Kipphebel mithilfe des Öldrucks.
Leistung bei hohen Drehzahlen: Diese Überbrückung aktiviert einen dritten, „radikalen“ Nocken mit höherem Hub und längerer Dauer. Das Ergebnis ist ein plötzlicher Leistungsschub – ein Gefühl, das oft als „Aufwachen“ des Motors bezeichnet wird –, der es dem 2,2-Liter-Motor ermöglicht, aggressiv in Richtung seiner 7.400 U/min-Grenze zu ziehen.

Ingenieurwesen und mechanische Verfeinerungen

Um der höheren Drehzahl des VTEC-Systems gerecht zu werden, hat Honda mehrere strategische mechanische Anpassungen vorgenommen:

  1. Hubraum: Der Hub wurde um 4,3 mm reduziert, wodurch der Hubraum leicht von 2259 cm³ auf **2157 cm³ sank. Diese Änderung verringert die Motorbelastung und Vibrationen bei hohen Geschwindigkeiten.
  2. Haltbarkeit: Der Motor behält den laufbuchsenfreien Aluminiumblock bei und nutzt eingegossene Kohlefasern und Aluminiumoxid für Verschleißfestigkeit.
  3. Getriebeabstimmung: Da der Motor anders Leistung liefert, verfügt das Fünfgang-Schaltgetriebe über kürzere Übersetzungsverhältnisse vom zweiten bis zum fünften Gang, um das neue Leistungsband besser auszunutzen.
  4. Gewicht und Handling: Obwohl das Prelude etwa 30 Kilogramm mehr wiegt als das Standard-Si-Modell, behält es dank seines fein ausbalancierten Querlenkers und der Mehrlenkeraufhängung seinen Ruf für hervorragendes Handling.

Leistungssteigerungen: VTEC vs. Si

Erste Tests des Vorserienmodells deuten auf einen deutlichen Leistungssprung gegenüber dem Standard-Prelude Si hin:

Metrisch Präludium Si Präludium VTEC (Est.)
Pferdestärke 160 PS 190 PS
0–60 Meilen pro Stunde ~7,2 Sekunden 6,9 Sekunden
1/4 Meile 15,6 Sek. bei 89 Meilen pro Stunde 15,4 Sek. bei 91 Meilen pro Stunde
Höchstgeschwindigkeit 129 Meilen pro Stunde 135 Meilen pro Stunde

Innenraum und Praktikabilität

Während die mechanischen Verbesserungen erheblich sind, bleibt die Kabine ein Kompromiss. Die Sitzplätze im Fond sind äußerst begrenzt und dienen eher als Stauraum denn als Platz für die Passagiere. Honda hat jedoch kleinere Verbesserungen vorgenommen, beispielsweise die Absenkung der hinteren Mittelkonsole, um das Gefühl der Klaustrophobie zu verringern. Zur Standardausstattung dieser Premiumstufe gehören Fahrer- und Beifahrerairbags sowie eine verbesserte Stereoanlage mit sieben Lautsprechern.

„Der Übergang zu den Hochgeschwindigkeits-Nockenwellen ist im Cockpit deutlich als plötzliches Erwachen zu spüren, das Auto schaltet auf Hyperantrieb, während die Drehzahlnadel über fünf Riesen schwingt.“

Fazit

Der Prelude VTEC von 1993 stellt eine gelungene Verbindung aus ausgefeilter Motorentechnologie und bewährter Fahrwerksdynamik dar. Durch den Einsatz von VTEC, um die Lücke zwischen Alltagstauglichkeit und Spannung bei hohen Drehzahlen zu schließen, hat Honda ein leistungsstärkeres, ansprechenderes Sportcoupé geschaffen, das seinen Premiumpreis rechtfertigt.