Ein Audi, 98 % der US-Maut: Das Ende des Transponder-Clusters

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Mautgebühren sind eine Qual. Nicht nur das Bargeld, das in den Getränkehalter klirrt, sondern auch die Logistik. Wenn Sie über Staatsgrenzen hinweg fahren, jonglieren Sie mit inkompatiblen Systemen. Florida nutzt SunPass. Illinois verwendet I-Pass. Der Nordosten verlässt sich auf E-ZPass. Um einem Bußgeld zu entgehen, klebt man sich entweder drei verschiedene Transponder wie eine kaputte Antennenanlage auf die Windschutzscheibe oder hofft, dass man sich noch vor Öffnung der Kabine den richtigen ergattert hat.

Audi versucht, diese Kopfschmerzen zu beseitigen.

Wie die Maut spricht

Die Technologie ist keine neue Magie; es ist einfach sichtbar eingebettet. Audi hat sich mit der Gentex Corporation zusammengetan, um das Mautmodul direkt im Rückspiegel zu platzieren. Wenn Sie auf das Glas schauen, sehen Sie denselben automatisch abblendenden Spiegel, den Sie schon immer hatten. Kein sperriges Plastikschild versperrt Ihnen die Sicht auf die Fahrspur vor Ihnen.

Unter der Haube kommuniziert die Hardware mit 98 % der Mautstraßen in den USA sowie einigen in Kanada und Mexiko. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Software und Hardware, die den „Handshake“ mit dem Mautportal automatisiert.

Aber packen Sie Ihr Bankkonto noch nicht auf. Sie benötigen weiterhin Konten. Tatsächlich benötigen Sie immer noch mehrere Konten für die verschiedenen Netzwerke. Das Auto schafft sie einfach. Sobald Sie Ihre E-ZPass-, SunPass- und I-Pass-Profile mit dem Fahrzeug verknüpft haben, wählt das System bei der Durchfahrt das richtige aus. Es bewältigt sogar HOV-Fahrspuren (High Occupancy Vehicle). Wenn Sie in einer Fahrgemeinschaft sind, passen Sie die Fahrgastzahl auf dem Infotainment-Bildschirm an. Das ist es. Schalten Sie das Modul ein, stellen Sie die Mitarbeiterzahl ein und fahren Sie los.

Warum Interoperabilität wichtig ist

Warum ist das wichtig, wenn Sie bereits einen Transponder haben? Denn das aktuelle System ist ein Chaos aus lokaler Politik und inkompatibler Infrastruktur.

Nehmen wir Florida. Seit Mitte 2017 betreibt der Staat zwei Systeme: E-Pass und SunPass. Beides ist nicht mit E-ZPass, dem weltweit größten Mauterhebungsprogramm, kompatibel. E-ZPass ist in 16 Bundesstaaten tätig und vertritt rund 40 verschiedene Mautbehörden. Jährlich werden elektronische Mauteinnahmen in Höhe von über 9 Milliarden US-Dollar erzielt.

Floridas SunPass hat in Upgrades investiert, um mit E-ZPass zu kommunizieren, aber sie wurden blockiert. Der Grund? “Es ist kompliziert.”

An der Grenze zwischen Illinois und Indiana wird das Problem noch schlimmer. Indiana verwendet E-ZPass. Illinois verwendet I-Pass. Technisch sind sie kompatibel. Aber im Jahr 2010 begann Illinois, I-Pass-Nutzern eine Gebühr von 3 Cent pro Transaktion für die Nutzung der Straßen von Indiana und des Chicago Skyway zu berechnen.

Der Skyway ist eine große Sache. Es ist die Hauptverbindung zwischen Südost-Illinois und Nordwest-Indiana. Im Jahr 2005 wurde sie zur ersten privaten Autobahn in den USA. Im Jahr 2015 gehörte sie einer Gruppe kanadischer Investoren. Wenn Sie also zwischen den beiden Bundesstaaten pendeln, zahlen Sie möglicherweise Mautgebühren an drei verschiedene Unternehmen. Eine für den Staat, eine für den privaten Betreiber und eine für die grenzüberschreitende Gebühr.

Das Gesamtbild

Audi ist der erste Automobilhersteller, der dieses integrierte System ausliefert. Sie haben nicht verraten, welche Modelle es zuerst bekommen, aber sie sagen, dass es irgendwann die gesamte Produktpalette abdecken wird. Bei älteren Fahrzeugen ist eine Nachrüstung nicht möglich.

Dabei geht es jedoch nicht nur um Mautgebühren. Es ist der erste Schritt bei Audis „Vehicle-to-Infrastructure“ (V2I)-Rollout. Ziel ist es, veraltete Infrastruktur zu reparieren, indem das Auto intelligent genug gemacht wird, um die Lücken zu schließen.

Kann ein Auto die Mautbehörden zwingen, sich endlich auf einen einheitlichen Standard zu einigen? Vielleicht. Oder vielleicht müssen Sie 2017 einfach nicht mehr die Tags wechseln. Der Traum einer Reise von Florida nach New York ohne Angst vor Transpondern ist endlich in greifbare Nähe gerückt, zumindest wenn Sie den richtigen Audi kaufen.