Der Dacia Jogger hat sich weiterentwickelt. Während sich das Originalmodell als budgetfreundliches Mehrzweckfahrzeug etablierte, stellt der aktualisierte Hybrid 155 Extreme einen bedeutenden Fortschritt sowohl in der Technologie als auch in der Leistung dar. Da der Preis jedoch auf die 25.000-Pfund-Marke steigt, steht das Auto vor einer neuen Herausforderung: Es muss seine „Preis-Leistungs-Identität“ beibehalten und gleichzeitig ein Premium-Erlebnis bieten.
Innenraumveredelung vs. Budgetrealität
Die Kabine wurde einer dringend benötigten ästhetischen Überarbeitung unterzogen. Der neue Innenraum entfernt sich von der rein zweckmäßigen Atmosphäre des Modells 2021 und sorgt mit Grün-, Gold- und Kontrastnähten für eine „urbanere“ Atmosphäre.
Zu den wichtigsten Verbesserungen im Innenraum gehören:
– Verbesserte Materialien: Langlebigere und optisch ansprechendere Sitzstoffe.
– Moderne Technologie: Ein neues Lenkrad, aktualisierte Lüftungsschlitze und ein größerer 10-Zoll-Zentral-Touchscreen mit Smartphone-Spiegelung.
– Praktikabilität: Das standardmäßige YouClip-Montagesystem bietet vielseitige Punkte für Telefone und Aufbewahrung.
Trotz dieser Verbesserungen bleibt die DNA des „Built-to-A-Cost“-Konzepts bestehen. Den Hartplastiken fehlen die anspruchsvollen Texturen, die bei High-End-Konkurrenten zu finden sind, und die Stabilität des Panels wirkt mangelhaft. Bei einem Auto, das über 25.000 £ kostet, sind diese Materialkompromisse deutlicher spürbar als beim Einstiegspreis unter 20.000 £.
Platz und Vielseitigkeit: Die Superkraft des Joggers
Was den Jogger wirklich auszeichnet, ist seine Verpackung. Er schafft es, für ein Fahrzeug seiner Größe beeindruckend viel Platz zu bieten, was ihn zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Segment der kleinen MPVs macht.
- Sitzflexibilität: Sowohl die zweite als auch die dritte Reihe sind abnehmbar. Die zweite Reihe kann auch nach vorne geklappt werden, wodurch eine riesige Ladefläche entsteht.
- Beinfreiheit: Mit 680 mm Beinfreiheit in der zweiten Reihe entspricht er dem größeren Dacia Bigster und übertrifft Konkurrenten wie den Citroën C3 Aircross.
- Der Kompromiss: Die Sitze in der zweiten Reihe sind zwar geräumig, aber recht flach, was auf langen Fahrten den Komfort beeinträchtigen kann. Darüber hinaus ist die dritte Reihe zwar zugänglich, für erwachsene Passagiere ist es jedoch eng.
Fahrdynamik: Die Hybridkomplexität
Die bedeutendste Änderung liegt unter der Haube. Der alte 1.0 TCe-Motor wurde durch den Hybrid 155-Antriebsstrang ersetzt, ein ausgefeilteres System, das ein völlig anderes Fahrerlebnis bietet.
Leistungsmetriken
Das Hybridsystem liefert eine deutlich bessere objektive Leistung als sein Vorgänger:
– 0–60 Meilen pro Stunde: 8,9 Sekunden (vorher 11,0 Sekunden).
– 30-70 Meilen pro Stunde Überholen: 7,7 Sekunden (vorher 12,1 Sekunden).
Das „Mixed Bag“-Erlebnis
Während das Auto objektiv schneller ist, ist das subjektive Erlebnis komplizierter. Der Übergang zwischen Elektro- und Benzinantrieb kann sich unintuitiv anfühlen. Da das Auto entscheidet, wann der Benzinmotor eingeschaltet wird, um die Räder anzutreiben oder die Batterie aufzuladen, kann sich die Beziehung zwischen dem Gaspedal und der Reaktion des Autos, insbesondere beim Fahren auf der Autobahn, unzusammenhängend anfühlen.
Während der Elektromodus für einen sanften, leisen Start sorgt, mangelt es den Gangwechseln im Benzinbetrieb an Sanftheit. Der Elektromotor „füllt“ die Lücken bei Motorübergängen nicht ganz, was zu Momenten führt, die sich weniger ausgefeilt anfühlen, als man es von einem Vollhybrid erwarten würde.
Handhabung und Verhalten im Straßenverkehr
Auf der Straße bleibt der Jogger ein „Back-to-Basics“-Fahrerauto. Es verfügt über eine intuitive Lenkung und ein ausgewogenes Kurvengefühl, das ein zu schweres Gefühl in der Nase vermeidet.
Hinweis zur Dynamik: Während sich das Auto bei gemäßigten Bedingungen gut handhabt, kann es aufgrund seines hohen Schwerpunkts und der schmalen Reifen zu Unruhe führen, wenn es zu stark geschoben wird. Wenn es an seine Grenzen stößt, ist es stark auf elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) angewiesen.
Die Federungsabstimmung scheint auf ein beladenes Fahrzeug abgestimmt zu sein. Beim Alleinfahren kann sich das Fahrverhalten etwas fester anfühlen, was darauf hindeutet, dass das Auto am bequemsten ist, wenn es eine volle Ladung Passagiere und Gepäck befördert.
Schlussfolgerung
Der Dacia Jogger Hybrid 155 ist ein äußerst praktischer, platzsparender Siebensitzer, der beeindruckende Geschwindigkeit und moderne Technik bietet. Während er mit einigen Kompromissen beim Innenmaterial und einem gelegentlich unzusammenhängenden Hybridgefühl zu kämpfen hat, bleibt seine schiere Vielseitigkeit seine größte Stärke.
