Die Ära der reinen Sportcoupés mit Hinterradantrieb steht vor dem Aus, doch Nissan wehrt sich. Nach dem Test der auf dem japanischen Markt erhältlichen Fairlady Z Version ST auf dem legendären Hakone Turnpike ist das Urteil klar: Der neue Z ist ein raffiniertes, leistungsfähiges und dringend benötigtes „Herzschlag“-Auto, das endlich seinen Weg nach Europa findet.
Ein strategischer Wandel für Nissan
Dieser Schritt ist mehr als nur eine Produkteinführung; Es ist ein strategisches Spiel. Nissan erlebt derzeit eine schwierige Zeit, die von erheblichen finanziellen Verlusten und einem Umstrukturierungsplan namens Re:Nissan geprägt ist.
Mit der Einführung des Z nach Europa verfolgt Nissan eine zweigleisige Strategie:
1. Die Elektro-Offensive: Nutzung der hohen Verkaufszahlen von Elektromodellen wie Leaf, Micra und Juke, um „Spielraum für CO2-Emissionen“ zu schaffen.
2. The Enthusiast Connection: Nutzung dieses Spielraums, um eine begrenzte Anzahl von Hochleistungs-Verbrennungsmotoren (ICE) zu importieren, um Fahrpuristen zufrieden zu stellen.
Performance: Von „Rambo“ bis „Ethan Hunt“
Die bedeutendste Änderung liegt unter der Haube. Nissan hat sich vom rohen 3,7-Liter-V6-Saugmotor der vorherigen 370Z-Generation verabschiedet und ihn durch einen 3,0-Liter-Twin-Turbo-V6 ersetzt.
Während der alte Motor als „bullig und ballistisch“ beschrieben wurde, zeichnet sich das neue Triebwerk durch seine Raffinesse aus. Er liefert starke 399 PS und ein Drehmoment von 475 Nm, tut dies jedoch mit viel größerer Höflichkeit.
- Verfeinerung: Auf Autobahnen ist der Motor leise und laufruhig, was Langstreckenfahrten viel praktikabler macht als sein Vorgänger.
- Ansprechverhalten: Trotz der zusätzlichen Turbolader bleibt das Gaspedal knackig. Das getestete Modell verfügt über ein Neungang-Automatikgetriebe, das sowohl sanft im Stadtverkehr als auch unglaublich schnell arbeitet, wenn zum Überholen ein „Kick-Down“ erforderlich ist.
- Handhabung: Der Z behält seine sportliche DNA. Mit einem mechanischen Sperrdifferenzial verwaltet das Auto die Kraftübertragung auf die Hinterräder effektiver als die Vorgängermodelle und ermöglicht so sichere Kurvenfahrten ohne die widerspenstige Unvorhersehbarkeit der Vergangenheit.
Innenraum- und Fahrererlebnis
Das Cockpit ist eine Mischung aus Nostalgie und Modernisierung. Während das Layout langjährigen Fans bekannt vorkommt – mit erkennbaren runden Lüftungsschlitzen und Schaltgeräten – wurde die Technologie in die heutige Zeit übertragen.
Das Gute
- Verarbeitungsqualität: Der Innenraum fühlt sich gut verarbeitet und hochwertig an.
- Fahrdynamik: Die Lenkung ist präzise und dosiert und liefert viel Feedback, ohne übermäßig anstrengend zu sein.
- Konnektivität: Ein großer Touchscreen mit kabellosem Apple CarPlay macht die Navigation mühelos.
Die Kompromisse
- Ergonomie: Die Reichweite des Lenkrads ist nicht für alle Fahrer ausreichend einstellbar und die Windschutzscheiben-Kopfschiene kann sich unangenehm nahe am Fahrer anfühlen.
- Sicht: Das Auto weist erhebliche tote Winkel auf, insbesondere beim Blick über den linken Seitenstreifen.
- Digitale Schnittstelle: Das digitale Fahrerdisplay ist zwar funktionsfähig, es mangelt ihm aber an optischem Flair; Durch den Wechsel in den „Sport“-Modus werden Anzeigen hinzugefügt, die Gesamtästhetik der Benutzeroberfläche ändert sich jedoch nicht.
Technische Daten (Nissan Z ST)
| Funktion | Spezifikation |
|---|---|
| Motor | 3,0-Liter-Twin-Turbo-V6 |
| Leistung/Drehmoment | 399 PS / 475 Nm |
| Übertragung | 9-Gang-Automatik, RWD |
| 0-62 Meilen pro Stunde | 4,5 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 155 Meilen pro Stunde (begrenzt) |
| Geschätzter Preis | 62.000 £ |
Das Fazit: Der neue Nissan Z ist eine raffinierte Weiterentwicklung einer klassischen Formel. Er tauscht rohe, ungezügelte Aggression gegen eine brauchbarere, raffiniertere Leistung ein, was ihn zu einem legitimen Konkurrenten auf dem schrumpfenden Markt der Enthusiasten-Coupés macht.























