Vom Gaming zum Grand Touring: Kia stellt auf der Mailänder Designwoche den Vision Meta Turismo vor

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Kia nutzt die kreative Atmosphäre der Mailand Design Week, um die Lücke zwischen digitaler Vorstellungskraft und Automobilrealität zu schließen. Zum vierten Mal in Folge geht der Autohersteller bei der Veranstaltung über die traditionellen Autopräsentationen hinaus und entscheidet sich stattdessen für immersive Installationen, die die Philosophie hinter seinem Designprozess hervorheben.

Das Herzstück der diesjährigen Präsenz ist das weltweite Debüt des Vision Meta Turismo-Konzepts, eines leistungsstarken Elektrosportwagens, der einen bedeutenden Wandel in der Designentwicklung von Kia markiert.

Die Philosophie von „Opposites United“

Anstelle eines Standard-Showrooms hat Kia zwei unterschiedliche Erlebnisse zusammengestellt, um zu zeigen, wie seine Designer denken. Diese Installationen dienen als Metaphern für die kreative Reise:

  • Reise der Reflexion: Diese Mehrrauminstallation im Museo della Permanente nutzt Licht und Ton, um den Designprozess selbst nachzuahmen – beginnend mit einem Gefühl von Chaos und Risiko, bis hin zu einem strukturierten, „heiligtumsähnlichen“ fertigen Produkt.
  • Projektionsreise: Diese Ausstellung findet im Salone dei Tessuti statt und bietet einen direkteren Blick auf die Zukunft von Kia. Besucher bewegen sich durch lebendige, Spa-ähnliche Räume mit aktuellen Konzepten – vom kompakten EV2 bis zum großen EV9 –, bevor sie zur großen Enthüllung des Meta Turismo gelangen.

Dieser Ansatz spiegelt die Designsprache „Opposites United“ von Kia wider, die darauf abzielt, gegensätzliche Elemente in Einklang zu bringen: harte Außenlinien mit weichen Innenräumen und hochmoderne digitale Schnittstellen mit taktilen, analogen Bedienelementen.

The Vision Meta Turismo: Der Sportwagen eines Digital Native

Der Vision Meta Turismo ist eine keilförmige Elektrolimousine, die in starkem Kontrast zu Kias jüngstem Fokus auf SUVs steht. Mit einem niedrigen, aggressiven Profil, das an High-End-Supersportwagen erinnert, ist das Konzept speziell für eine Generation konzipiert, die mit virtuellen Renn- und Spielesimulatoren aufgewachsen ist.

„Wenn Sie als Kind mit virtuellen Sportwagenerlebnissen aufgewachsen sind, wie wirkt sich das auf Ihren Geschmack in einem echten Auto aus?“ fragt Karim Habib, Executive Vice President und Leiter von Kia Global Design.

Um dieser Zielgruppe der „Digital Natives“ gerecht zu werden, erforscht der Meta Turismo mehrere experimentelle Technologien:

  1. Integration von Augmented Reality (AR): Das Fahrzeug stellt sich eine Welt vor, in der Fahrer AR-Brillen oder fortschrittliche Head-up-Displays zur Navigation verwenden.
  2. Drei verschiedene Fahrmodi:
  3. Träumermodus: Konzentriert sich auf die Navigation über AR.
  4. Speedster-Modus: Verwendet Projektionen über die gesamte Windschutzscheibe, um das Gefühl von Hochgeschwindigkeitsfahrten zu verstärken.
  5. Gamer-Modus: Verwandelt das stehende Fahrzeug nach Ende der Fahrt in einen High-End-Rennsimulator.
  6. Hybrid-Bedienelemente: Der Innenraum entfernt sich von rein bildschirmbasierten Schnittstellen und integriert Elemente wie Joystick-artige Schalthebel, um physische Empfindungen mit digitalen Eingaben zu verbinden.

Vom Konzept zur konkreten Realität

Während es sich beim Meta Turismo um ein Konzept handelt, hat er als potenzieller spiritueller Nachfolger des beliebten Kia Stinger Gewicht. Kia hat sich den Ruf erarbeitet, mutige Konzeptideen in serienreife Fahrzeuge umzusetzen und dabei häufig die markanten Farben und Innenlayouts beizubehalten, die im Designstudio erstmals Aufmerksamkeit erregten.

Mit der Teilnahme an der Mailänder Designwoche signalisiert Kia, dass es Automobildesign nicht nur als Technik, sondern als Lebensstil und Sinneserlebnis betrachtet. Die Marke nutzt diese nicht-automobilen Bühnen, um zu testen, wie die Grenzen zwischen der digitalen und der physischen Welt die Autos von morgen prägen werden.


Fazit: Mit dem Vision Meta Turismo untersucht Kia, wie virtuelle Spielerlebnisse das physische Automobildesign neu definieren können, mit dem Ziel, einen nahtlosen Übergang zwischen digitaler Simulation und realem Fahren zu schaffen.