Renault Austral: Ein Hybrid-SUV mit außergewöhnlicher Leistung und verbessertem Handling

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Der Renault Austral ist ein kurioser Fall im Hybrid-SUV-Segment. Sein einzigartiger E-Tech-Antriebsstrang sorgt für einen reibungslosen Betrieb bei normaler Fahrt, zeigt jedoch bei starker Beschleunigung ein seltsames Verhalten. Das System des Fahrzeugs priorisiert den Elektromotor für die anfängliche Leistungsabgabe, da weder eine Kupplung noch ein Drehmomentwandler vorhanden sind. Dies bedeutet, dass Starts aus dem Stand aufgrund der begrenzten Leistungsabgabe des Motors langsamer als erwartet sind.

Eigenheiten des Hybrid-Antriebsstrangs

Der Austral beschleunigt sanft auf 12 Meilen pro Stunde, danach schaltet sich der Motor ein. Zwischen 75 und 120 km/h führt das unsynchronisierte Getriebe jedoch zu spürbaren Verzögerungen beim Schalten, da der Elektromotor vorübergehend wieder die volle Verantwortung für den Vortrieb übernimmt. Dieser Effekt wiederholt sich bei höheren Geschwindigkeiten und führt zu einem inkonsistenten Beschleunigungsprofil. Trotz dieser Macken fügt sich das System nahtlos in den Alltagsbetrieb ein und verdeckt die zugrunde liegende Komplexität. Der Motor selbst ist beeindruckend leise, außer bei starker Belastung oder beim Kaltstart, wo er leicht rau klingen kann.

Elektrische Reichweite und Verfeinerung

Mit einer 1,7-kWh-Batterie bietet der Austral eine beachtliche elektrische Reichweite, was ihn angenehm für den Pendelverkehr in der Stadt macht. Insgesamt handelt es sich um einen weiterentwickelten Antriebsstrang als bei Konkurrenten wie dem Kia Sportage, dem Toyota C-HR oder dem Honda HR-V und ist mit dem Nissan Qashqai vergleichbar. Die tatsächliche Leistung bleibt jedoch hinter der von Renault angegebenen Zeit von 0 bis 100 km/h zurück.

Schaltwippen und Regeneration

Die Schaltwippen am Lenkrad steuern nicht die Gangwahl, sondern regeln die Stärke des regenerativen Bremsens. Das System ist zwar nicht so aggressiv wie bei einem vollwertigen Elektrofahrzeug, sorgt aber für eine sinnvolle Verzögerung. Das Bremspedal fühlt sich weich an, lässt sich aber leicht einstellen.

Fahrwerksänderungen und Handhabung

Ursprünglich mit einer Mehrlenker-Hinterradaufhängung und Allradlenkung (4Control) ausgestattet, erwies sich der Austral als unruhig und fuhr sich unruhig. Für das Modell 2025 vereinfachte Renault den Aufbau und verzichtete auf beide Systeme zugunsten einer serienmäßigen Verbundlenker-Hinterachse. Überraschenderweise verbessert diese Entlastung das Fahrerlebnis. Die Lenkung ist jetzt progressiv und bietet ein besseres Feedback. Dank der 235er-Reifen wird das Wanken der Karosserie minimiert. Auch wenn das Fahren nicht aufregend ist, bewältigt der Austral kurvige Straßen mit mehr Zufriedenheit als viele Konkurrenten.

Bedenken hinsichtlich der Fahrqualität

Trotz der Änderungen an der Federung bleibt die Fahrqualität stabil und hölzern. Schon das Basismodell Techno ist mit 19-Zoll-Rädern ausgestattet, sodass ein wesentlich sanfteres Fahrverhalten nicht garantiert ist. Der Geräuschpegel ist bei Reisegeschwindigkeit akzeptabel, obwohl Renault das aktualisierte Modell mit einer Schalldämpfung ausgestattet hat.

Der Renault Austral ist ein kompetenter Hybrid-SUV mit einem einzigartigen Antriebsstrang und verbessertem Handling, aber sein solides Fahrverhalten und ungewöhnliche Beschleunigungsmacken verhindern, dass er ein herausragender Leistungsträger ist.

Der Austral vereint Praktikabilität mit Raffinesse und ist damit eine gute Wahl für Käufer, denen Komfort und Effizienz wichtiger sind als purer Fahrspaß.