Hausbesitzerverbände (Homeowners Associations, HOAs) beschäftigen häufig Sicherheitspersonal, um die Ordnung in geschlossenen Wohnanlagen aufrechtzuerhalten. Aber können diese Wachen legal Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung ausstellen? Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass dies in einigen Fällen der Fall ist. Ein Amazon-Fahrer behauptet, er sei vom HOA-Sicherheitsdienst auf einer Privatstraße angehalten, eingepfercht und ihm ein Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in Höhe von 50 US-Dollar ausgestellt worden, nachdem er angeblich die Geschwindigkeitsbegrenzung von 24 km/h überschritten hatte.
Die rechtliche Grauzone der Privatstraßen
Die Rechtmäßigkeit hängt vom Uniform Act Regulated Traffic (UART) von South Carolina ab, der 1978 ins Leben gerufen und 2001 vom Generalstaatsanwalt bestätigt wurde. Das Gesetz erlaubt privaten Sicherheitskräften, unter bestimmten Bedingungen Verkehrswarnungen auf Privatstraßen auszustellen. Bei der Durchsetzung wird der Prozess jedoch kompliziert.
Zur rechtlichen Durchsetzung eines Strafzettels muss die Privatstraße offiziell bei der South Carolina Law Enforcement Division (SLED) gemäß UART registriert werden. Dazu gehören die ordnungsgemäße Beschilderung, Einreichung und Genehmigung. Ohne diese Anmeldung hat das Büro des Generalstaatsanwalts erklärt, dass von privaten Sicherheitskräften ausgestellte Vorladungen wegen Standardverstößen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen wahrscheinlich nicht durchsetzbar sind und „wahrscheinlich für nichtig erklärt werden sollten“.
Durchsetzung vs. Papierkram
Selbst bei ordnungsgemäßer Registrierung sind nur einheitliche Verkehrstickets, die nach staatlichem Recht ausgestellt wurden, vor Gericht durchsetzbar. Verstöße gegen die HOA-Richtlinien allein haben keine rechtliche Bedeutung. Dies bedeutet, dass ein Ticket, das ausschließlich aufgrund einer HOA-Anweisung ausgestellt wurde, nur begrenzte Durchsetzungsmöglichkeiten hat.
Der Fall von Fripp Island
Der fragliche Vorfall ereignete sich auf Fripp Island, einem Ort, der bekanntermaßen den UART-Vorschriften unterliegt. Dies deutet darauf hin, dass die Sicherheitskräfte die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen und bei Vorliegen aller Voraussetzungen möglicherweise den Strafzettel durchsetzen könnten. Aus dem Bericht des Fahrers geht außerdem hervor, dass die Wachen bewaffnet waren, was die Lage noch angespannter machte.
Was bedeutet das?
Die Fähigkeit des HOA-Sicherheitspersonals, vollstreckbare Strafzettel auszustellen, hängt vollständig davon ab, ob die Privatstraßen den UART-Vorschriften entsprechen. Das Gesetz existiert, seine tatsächliche Anwendung ist jedoch unterschiedlich. Ohne ordnungsgemäße Anmeldung und Einhaltung der staatlichen Verkehrsgesetze sind Strafzettel wahrscheinlich nichts anderes als HOA-Papierkram.
Weitere Anfragen wurden an das Management von Fripp Island und die örtlichen Strafverfolgungsbehörden gerichtet, Aktualisierungen stehen noch aus. Diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit von Klarheit bei der Durchsetzung privater Straßen und stellt sicher, dass Fahrer ihre Rechte verstehen, wenn sie in geschlossenen Wohngebieten fahren.






















