Nissan hat seinen Elektro-SUV Ariya drei Jahre nach seiner ersten weltweiten Veröffentlichung endlich nach Australien gebracht. In diesem Langzeittest wird beurteilt, wie sich der Ariya unter realen Bedingungen verhält, insbesondere in einer belebten städtischen Umgebung. Beim Testfahrzeug handelt es sich um das Mittelklassemodell Advance+ mit einem Drive-away-Preis von 70.729 US-Dollar, was es zu einem direkten Konkurrenten zum Tesla Model Y und anderen Mittelklasse-Elektrofahrzeugen wie dem Skoda Elroq und dem BYD Sealion 7 macht.
Was zeichnet den Ariya aus?
Der Ariya sticht in einem überfüllten Elektrofahrzeugmarkt dadurch hervor, dass er der Benutzerfreundlichkeit Vorrang vor auffälliger Technik einräumt. Im Gegensatz zu einigen neueren Elektrofahrzeugen, die erhebliche Anpassungen erfordern, fühlt sich der Ariya vertraut an. Es behält traditionelle Bedienelemente wie einen Start-/Stoppknopf und einen physischen Gangwahlschalter bei und macht es so für Fahrer zugänglich, die gegenüber Elektrofahrzeugen zurückhaltend sind. Dieser Ansatz macht den Ariya zur idealen Wahl für Einsteiger in das elektrische Fahren.
Leistung und Aufladung
Die Advance+-Variante verfügt über die 87-kWh-Batterie von Nissan gepaart mit einem einzelnen, vorne montierten Elektromotor. Obwohl er nicht der schnellste ist, bietet er die größte Reichweite in der Ariya-Reihe. Besorgniserregend ist die maximale Gleichstrom-Schnellladeleistung von nur 130 kW, die langsamer ist als bei Konkurrenten wie Tesla und BYD. Die reale Effizienz war bisher gut und betrug durchschnittlich 14,5 kWh/100 km, was einer Reichweite von etwa 540 km entspricht.
Innenausstattung und Ausstattung
Der Ariya Advance+ verfügt über zwei 12,3-Zoll-Bildschirme, ein Panorama-Glasdach, beheizte und belüftete Vordersitze und ein Bose-Soundsystem mit 10 Lautsprechern. Es bietet außerdem eine Reihe serienmäßiger Sicherheitsfunktionen, darunter adaptive Geschwindigkeitsregelung, autonome Notbremsung und Spurhalteassistent. Der Innenraum des Fahrzeugs ist gut ausgestattet, ohne übermäßig aufdringlich zu wirken. Die Funktionen funktionieren wie erwartet und sorgen für ein komfortables und funktionales Erlebnis.
Echtes Fahrerlebnis
Die halbautonome Fahrtechnologie des Ariya funktioniert reibungslos, obwohl das häufige Piepen des Spurzentrierungssystems ablenken kann. Der Antriebsstrang sorgt für eine sanfte Beschleunigung und erleichtert so das Fahren im dichten Verkehr. Der geräumige Innenraum bietet Platz für große Gegenstände, wie z. B. Sportgeräte, und trägt so zu seiner Praktikabilität bei.
Betriebskosten
Nissan bietet eine 10-jährige Garantie über 300.000 km mit vom Händler durchgeführter Wartung. Fünf Jahre Service zum Höchstpreis kosten 1.495 US-Dollar, was mit einigen Konkurrenten konkurrenzfähig ist, aber höher als bei anderen. Tesla verwendet einen zustandsbasierten Wartungsansatz und benachrichtigt Besitzer über das Infotainmentsystem, wenn eine Wartung erforderlich ist.
Erstes Urteil
Der Nissan Ariya hinterlässt einen starken ersten Eindruck. Sein geradliniges Design und seine praktischen Funktionen machen ihn zu einer attraktiven Option für Fahrer, die neu in den Umgang mit Elektrofahrzeugen sind. Auch wenn die Ladegeschwindigkeit schneller sein könnte, lassen die allgemeine Benutzerfreundlichkeit und langfristige Effizienz des Ariya darauf schließen, dass er ein zuverlässiger und komfortabler Alltagsfahrer sein wird. Weitere Tests werden zeigen, ob diese anfängliche Bewunderung in den kommenden Monaten anhält.
