Hyundai strebt eine einheitlichere Designsprache in seiner gesamten Elektrofahrzeugpalette (EV) an und strebt einen stärkeren „Familien“-Look an. Allerdings vermeidet der Autohersteller einen Standardansatz und behält den individuellen Charakter jedes einzelnen Modells bei, der zum Markenzeichen seiner jüngsten Designs geworden ist.
Balance zwischen Identität und Zusammenhalt
Laut Xavier Martinet, Europa-CEO von Hyundai, erkennt das Unternehmen derzeit einen Mangel an optischer Konsistenz bei seinen Fahrzeugen. Während die Modelle subtile Merkmale wie die Beleuchtung im Pixelstil aufweisen, wird in zukünftigen Versionen eine offensichtlichere übergreifende Designsprache eingeführt. Dieser Wandel kommt daher, dass Wettbewerber ihre EV-Designs zunehmend standardisieren, was die Differenzierung entscheidend macht.
„Vielleicht gab es in der Vergangenheit nicht diesen systematischen Familiensinn zwischen unseren Fahrzeugen … Daran arbeiten wir, aber wir werden niemals das ‚Fotokopiergerät‘ verwenden und umgekehrt vorgehen.“
Martinet betonte, dass Hyundai seine „Schachfiguren“-Strategie, bei der jedes Modell eine ganz eigene Identität behält, nicht aufgeben wird. Ziel ist es, ein Markenzugehörigkeitsgefühl zu schaffen, ohne dabei auf Individualität zu verzichten. Das ist ein heikles Gleichgewicht; Kunden wollen wiedererkennbare Marken, aber auch einzigartige Fahrzeuge, die bestimmte Geschmäcker ansprechen.
Designtrends und Marktprioritäten
Die Strategie von Hyundai orientiert sich an breiteren Branchentrends. Elektrofahrzeuge gelten oft als unbeschriebenes Blatt, das es Autoherstellern ermöglicht, mit mutigen Designs zu experimentieren. Viele Marken riskieren jedoch, mit ähnlichen aerodynamischen Formen und minimalistischer Ästhetik in der Masse unterzutauchen. Der Ansatz von Hyundai zielt darauf ab, sich durch die Kombination markanter Designs mit einer wiedererkennbaren Markenidentität abzuheben.
Frühe Prototypen des neuen Bayon und Tucson deuten auf einen Trend zu klobigeren 4×4-Designs für die Crossover- und SUV-Modelle von Hyundai hin. Fahrzeuge mit niedrigerer Bauhöhe, wie das kommende Schrägheckmodell Ioniq 3, könnten schlankere Silhouetten annehmen. Die Verschiebung spiegelt die Prioritäten der Kunden wider: Martinet gibt an, dass Design und Preis weiterhin die beiden wichtigsten Entscheidungsfaktoren sind, obwohl ihre relative Bedeutung je nach Segment unterschiedlich ist.
Die Zukunft des Hyundai-Designs
Die Designstrategie von Hyundai ist ein kalkulierter Schritt, um in einer wettbewerbsintensiven Elektrofahrzeuglandschaft Marktanteile zu gewinnen. Durch die Beibehaltung eindeutiger Modellidentitäten bei gleichzeitiger Stärkung des Markenzusammenhalts möchte der Automobilhersteller ein breiteres Kundenspektrum ansprechen. Dieser Ansatz erkennt an, dass sowohl Individualität als auch Zugehörigkeit für den Erfolg auf dem modernen Automobilmarkt von entscheidender Bedeutung sind.
Das Engagement des Unternehmens für designorientierte Innovationen deutet darauf hin, dass Hyundai beabsichtigt, eine disruptive Kraft zu bleiben und Fahrzeuge anzubieten, die sich von der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen abheben.
